MünsterLandknolle / Richtlinien

Richtlinien zur umweltschonenden Produktion von Speisekartoffeln

  1. Anbaufläche

    Der Landwirt verpflichtet sich zur Produktion von Speisekartoffeln eine Fläche von ca. 1 ha anzubauen. Der Schlag muß klar abgegrenzt sein und mindestens 1,50 m Abstand zu anderen konventionell bewirtschafteten Flächen haben.
  2. Pflanzgut

    Es darf nur gesundes, gentechnikfreies und sortenreines Pflanzgut verwendet werden. Der Landwirt trifft die Sortenwahl in übereinstimmung mit dem RLM e.V. und läßt sich vom Saatgutlieferanten die Gentechnikfreiheit zusichern.
  3. Fruchtfolge

    Der Landwirt hält eine mindestens 5-jährige Fruchtfolge ein.
  4. Anbau

    Für das laufende Wirtschaftsjahr führt der Landwirt für die betreffende Anbaufläche eine Schlagkartei, in der er alle acker- und pflanzenbaulichen Maßnahmen aufzeichnet. Die Eintragungen werden überprüft.
    1. Bodenbearbeitung

      Die Bodenbearbeitung vor dem Pflanzen, sowie die mechanischen Pflegemaßnahmen erfolgen bei einem Feuchtigkeitszustand des Bodens, der zu keiner Klutenbildung führt, die später die Aufbereitung behindert.
    2. Düngung

      Die Düngung erfolgt auf der Basis eines Bodenuntersuchungsergebnisses, das nicht länger als 3 Jahre zurückliegt. Austauschflächen sollten im Anbaujahr untersucht werden. Dem Schlag, auf dem die Kartoffeln angebaut werden, sollte eine Gründüngung vorausgehen. Zur Qualitätssicherung wird 8 Tage nach der Pflanzung eine N-min-Probe genommen. Der Sollwert wird in viehhaltenden Betrieben auf 120 kg und in Betrieben ohne Vieh auf 140 kg/ha angesetzt. Die Düngung bemißt sich aus dem Sollwert abzüglich dem N-min-Wert aus der Bodenuntersuchung. Der Nitratwert der geernteten Knollen muß unter 250 ppm Frischmasse, dem Grenzwert aus der Diätverordnung für Babynahrung liegen. Die Düngung mit Mist, Gülle, Kompost und Klärschlamm ist im Anbaujahr verboten, um den Krautfäuledruck zu verhindern.
    3. Klärschlamm, Müllkomposte

      Der Landwirt verzichtet darüber hinaus auf den Einsatz von Klärschlamm und Müllkomposten auf allen Ackerflächen seines Betriebes.
    4. Unkraut- und Schädlingsbekämpfung

      Die Unkrautbekämpfung erfolgt mit mechanischen Mitteln. Die Bekämpfung von Schädlingen erfolgt mit biologischen und mechanischen Maßnahmen. Der Landwirt verzichtet auf jede Form der chemischen Bodenentseuchung auf den ausgewiesenen Flächen.
    5. Pflanzenschutz

      Bei der Bekämpfung der Krautfäule sind ausschließlich Kontaktmittel zugelassen. Häufiges Hacken und Striegeln vermindern den Krautfäuledruck. Notwendig durchzuführende Pflanzenschutzmaßnahmen führt er nur nach Information an den RLM e.V. am Tag der Anwendung durch.
    6. Reifeförderung

      Zur Reifeförderung setzt der Landwirt ausschließlich mechanische Verfahren der Krautbeseitigung ein. Er verzichtet auf den Einsatz von chemischen Reifeförderungsmitteln.
  5. Ernte

    Der Landwirt erntet Lagerkartoffeln bei vollständiger Abreife und Festschaligkeit. Die Ernte der Frühkartoffeln erfolgt möglichst schonend.
  6. Lagerung

    Für eine sichere Lagerung ist es wichtig, daß die Kartoffeln sofort nach der Einlagerung so lange belüftet werden, bis sie trocken sind. Die Lagerung erfolgt ohne Einsatz chemischer Mittel. Der Landwirt lagert die Regionalware getrennt und gekennzeichnet von der übrigen am Hof befindlichen Kartoffelernte, evtl. auch nach Sorten getrennt.
  7. Qualitätsbedingungen

    Für die Bewertung der Speisekartoffeln gelten die Normen der Handelsklassenverordnung gemäß Klasse I. Die Kartoffeln werden nach Größe sortiert und fehlerhafte Knollen ausgesondert.
  8. Qualitätskontrollen

    Die Qualitätskontrolle erfolgt durch den RLM e.V. und eine unabhängige Kontrollorganisation. Der Landwirt unterrichtet die vom RLM Beauftragten jederzeit über die vorgenommenen und vorgesehenen Anbaumaßnahmen und gestattet eine jederzeitige Besichtigung der Flächen.
  9. Anforderungen an den Erzeugerbetrieb

    Der Bestand, der mit der regionalen Kartoffel angebaut wird, ist mit Feldtafeln zu kennzeichnen. Die Feldtafeln stellt der RLM e.V. zur Verfügung. Die anderen Betriebe besichtigen den Feldbestand während der Vegetation. Das Projekt begleitet den Feldbestand mit dem Anpflanzen der Kartoffel, über das Wachstum bis hin zur Rodung, medien- und öffentlichkeitswirksam.
 
 
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